Ich hatte die Gelegenheit, meine Erfahrungen und Methoden als Mediatorin im Kontext von Demenz mit einem interessierten Fach- und Laienpublikum zu teilen.
Der Vortrag fand im Rahmen der Konferenz „Demenz als Konfliktauslöser in Familien – wie Mediation helfen kann“ statt, organisiert vom Info-Demenz Zenter Luxemburg und dem SIMPA Luxemburg unter Anwesenheit des Ministers für Minister für Familie, Solidarität, Zusammenleben und Unterbringung von Flüchtlingen, Herrn Max Hahn.
Demenz betrifft nie nur eine einzelne Person. Die Erkrankung verändert Beziehungen, Kommunikation und das soziale Miteinander im gesamten Familiensystem.
Für Erkrankte und Angehörige entstehen dadurch häufig neue und belastende Situationen:
Rollen verschieben sich (unabgesprochen), einvernehmliche Entscheidungen werden schwieriger und klärende Gespräche über Pflege, Betreuung und Alltag herausfordernder.
Auch im Zusammenspiel mit professionellen Unterstützungsangeboten in Pflege, Beratung und Betreuung können neue Anforderungen, Wünsche, Erwartungen an Verständigung und Abstimmung entstehen.
Im Mittelpunkt meines Vortrags stand die Frage, wie sich soziale Systeme und Beziehungen im Verlauf einer Demenz verändern und wie diese Dynamiken besser verstanden werden können.
Die krankheitssensible Mediation bietet in diesen Situationen eine spezialisierte Form der Gesprächsbegleitung bei Demenz und anderen gesundheitlichen Lebenskrisen. Sie unterstützt dabei, unterschiedliche Wahrnehmungen und Bedürfnisse sichtbar zu machen und das Miteinander um die Erkrankung handlungsfähig und bedürfnisgerecht zu gestalten.
Dabei geht es nicht um schnelle Lösungen, sondern um eine realistische und tragfähige Verständigung unter den individuellene Bedingungen aller Beteiligten.
Die abschließenden Eindrücke aus der Veranstaltung haben sehr deutlich gezeigt:
Demenz betrifft immer das gesamte soziale Umfeld – insbesondere Angehörige und nahestehende Bezugspersonen.
Ein besonders eindrücklicher Moment war die Darstellung der lebendigen „Skulptur“, welche die mögliche Dynamik innerhalb eines Familiensystems intuitiv und für viele im Publikum sicher überraschend sichtbar machte. Viele Teilnehmende beschrieben diesen Moment als verblüffend, weil er die Auswirkungen der Erkrankung auf Beziehungen anders zeigte, als aus individueller Einschätzung angenommen.
Ich freue mich sehr über die vielen wertschätzenden Rückmeldungen und das große Interesse an meinem Thema.
Mein Anliegen ist es, krankheitssensible Mediation bei Demenz und in gesundheitlichen Krisensituationen bekannter zu machen und für erkrankte und zugehörige Menschen sowie Fachkräfte aus Pflege, Beratung und Betreuung zugänglich zu gestalten.
Hier geht es zum Bericht der Veranstaltung:
Info-Zenter Demenz Luxemburg
Kontaktieren Sie mich gerne direkt bei Interesse an Information, Austausch oder Zusammenarbeit: koeltzsch@crossword-mediation.com
Als zertifizierte Mediatorin bin ich spezialisiert auf außergerichtliche Konfliktklärung im Umfeld von Gesundheit, Erkrankung und Pflege.
Über Schulungen und Projektmanagement unterstütze ich Menschen dabei, Konflikte und schwierige Situationen eigenverantwortlich und gewaltfrei zu lösen – beruflich wie privat.
Warum…
Marja Költzsch
Montag – Samstag: 09:00 – 18:00 Uhr